TRAUMASENSIBLE ARBEIT IN DER PSYCHOSOZIALEN BEGLEITUNG UND BERATUNG KRIEGSTRAUMATISIERTER MENSCHEN

START: 31. MÄRZ 2017 in Hamburg


Weiterbildung. Menschen, die vor Krieg und Gewalt fliehen, werden nicht nur mit den Erfahrungen und deren Folgen im Herkunftsland konfrontiert, sondern auch mit den gesellschaftlichen und politischen Repressionen in den Transit- und Zufluchtsländern. Angekommen in Deutschland, treffen Geflüchtete auch auf entrechtende und entwürdigende Lebensbedingungen und Strukturen, die wenig Ausruhen, Regeneration und Heilung des traumatischen Zustands zulassen und nicht selten weitere Traumata auslösen.


Wer mit Kriegs- und Fluchttraumatisierten arbeitet – egal ob professionell oder ehrenamtlich – weiß, wie sehr sich die Verletzung der Würde des Opfers auch auf der Seite der Helfenden niederschlägt.


Durch diese Umstände, gepaart mit der Fremdheit der jeweils anderen Kultur und den unzureichenden staatlichen Hilfestrukturen, sind die Anforderungen an die helfenden Personen sehr vielfältig. Es erfordert dringend ausreichende Reflexionsräume und Supervisionen, um sich der Herausforderungen bewusst zu werden, eigene Ressourcen und die Grenzen der eigenen Belastbarkeit zu erkennen und für sich zu sorgen.

Traumasensible Arbeit mit geflüchteten Menschen ist Beziehungsarbeit, in der wesentliche Grundprinzipien des Umgangs mit Trauma berücksichtigt werden sollten: Sicherheit, Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Selbstkontrolle und Selbststeuerung der Klient_innen haben absolute Priorität.


Die methodischen Grundlagen dieser Weiterbildung verknüpfen psychodramatische, systemische und körperorientierte Verfahren. Insbesondere handlungsorientierte, kreative Techniken wie soziometrische Aufstellungen, Symbol- und Skulpturarbeit, Playback Theater, Stegreif-Spiel und protagonist_innenzentriertes Psychodrama sind durch ihre Offenheit und die Möglichkeiten der Differenzierung besonders gut für traumasensible Arbeit geeignet.


Die Weiterbildung richtet sich an Mitarbeiter_innen, die im Bereich psychosoziale Beratung und Begleitung von geflüchteten Menschen arbeiten oder arbeiten wollen. Sie hat einen Umfang von sechs Wochenenden zu je 18 Zeitstunden, beginnend Freitag, um 19: 00 Uhr bis Sonntag 15: 00 Uhr. Während der Weiterbildung sind zusätzlich 8 Stunden Supervision und 10 Stunden Intervision zu absolvieren.


Die Kosten betragen 280,- € pro Wochenende.


Erstes Seminar (31.03. - 02.04.2017): Trauma und traumasensible Stabilisierung

  • Was heißt „traumasensibel“?
  • Reflexion der eigenen Herkunft
  • Fluchterfahrungen in der eigenen Familiengeschichte
  • Exkurs in die Grundlagen der Traumatherapie (Stabilisierung, Exposition und Integration)
  • Ressourcenarbeit


Zweites Seminar (05.05. - 07.05.2017): Annäherungen an das Thema Krieg und Flucht

  • Eigene Bewältigungsstrategien zwischen Mitgefühl und Entsetzen
  • Realität der Kulturbarrieren / Arbeit mit Dolmetscher_innen
  • Eigener Umgang mit den Themen Gewalt und Trauma in Therapie und Beratung


Drittes Seminar (09.06. - 11.06.2017): Die beraterische Beziehung im gesellschaftlich-politischen Kontext

  • Reflexion der eigenen Rolle und Haltungen bezüglich moralischer und ethischer Werte
  • Übertragung und Bedeutung von Geschlechterrollen
  • Störungen von außen durch politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
  • Beziehungsdynamiken in der Beratung
  • Interkulturelle Begleitung (Achtsamkeit für Unterschiede)


Viertes Seminar (14.07. - 16.07.2017) und fünftes Seminar (15.09. - 17.09.2017):

Stabilisierende und Resilienz fördernde Interventionen in der Arbeit mit Geflüchteten

  • Interventionen bei Krisensituation und Akuttrauma, Retraumatisierungen (z.B. durch Behörden), Dissoziations- und Derealisationserfahrungen
  • Körper und Trauma (unter anderem nach Peter Levin)
  • Imaginationstechniken (z.B. Bildschirmtechnik nach Luise Reddemann)
  • Eigene Grenzen im Umgang mit Krisen und Trauma


Sechstes Seminar (03.11. - 05.11.2017):

  • Reflexion-Integration-Zukunftsperspektiven
  • Individuelle Timelinearbeiten und Prozessanalysen
  • Abschluss


Zielgruppe:

Mitarbeiter_innen, die im Bereich psychosoziale Beratung und Begleitung von geflüchteten Menschen arbeiten oder arbeiten wollen.


Seminarzeiten der Weiterbildung:

Sechs Wochenenden im Umfang von je 18 Zeitstunden,

freitags von 19: 00 Uhr bis 22: 00 Uhr

samstags von 10: 00 Uhr bis 20: 00 Uhr

sonntags von 10: 00 Uhr bis 15: 00 Uhr.


Dozent_innen: Sanne Klönne und Kai Kloss

Kai Kloss (47 Jahre), freiberuflicher Theaterpädagoge und Psychodrama-Leiter in Lübeck. Ehrenamtliche Arbeit im Flüchtlingsforum Lübeck e.V., Theaterarbeit mit Geflüchteten, www.aktionshunger.de


Um die Entscheidung zur Teilnahme an der Weiterbildung individuell treffen zu können, laden wir Sie zur Information und zum gegenseitigen Kennenlernen zu einem Vorgespräch ein. Anmeldung bitte mit vollständiger Anschrift unter:


info@psychodrama-ems.de

Institut für Psychodrama Dr. Ella Mae Shearon

Bernadette Buthe & Thomas Masselink GbR,

Pestalozzistr. 15, 30451 Hannover




2017 Stabilisierungs-/Selbsterfahrungsgruppe

DIE HEILENDE KRAFT DER INNEREN BILDER

5. NOVEMBER 2017, 19.00 Uhr - 20.30 Uhr, acht Abende

Ort: biff Eimsbüttel / Altona, Bogenstraße 2

Kosten: 5-10 € pro Abend


Angeleitete Gruppe für Frauen mit sexualisierten Gewalterfahrungen, in der Stabilisierungs- und Achtsamkeitsübungen vorgestellt werden, die das innere Erleben von Sicherheit und Kontrolle unterstützen.

Ein Vorgespräch ist erforderlich!

Begrenzte Plätze, melden Sie sich in der biff bitte rechtzeitig an.

INHOUSESCHULUNGEN

zum Thema: Traumasensible Arbeit mit Flüchtlingen

Mit Kolleginnen zusammen schule ich Sie und/ oder Ihre Mitarbeiter_innen zu diesem Fachgebiet. Stunden- oder Tagesfortbildung, maßgerecht für Ihre Einrichtung oder Ihr Unternehmen.


FORTBILDUNGEN

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